• Guggenheim Museum Guggenheim Museum, © Depositphotos
  • Marseille Hafen, Wikipedia: Thomas Steiner. Marseille Hafen, Wikipedia: Thomas Steiner.
  • Hängende Brücke, Bilbao, Javiemre Hängende Brücke, Bilbao, Javiemre
Südeuropa

Von Bilbao nach Marseille

Eine politisch-literarische Reise entlang der Pyrenäen
  • 8-tägige Rundreise
  • Linienflug mit Lufthansa ab Frankfurt/ Main
  • Unterbringung in Mittelklasse Hotels inkl. Halbpension
  • Besichtigungsprogramm und Eintrittsgelder inkludiert
Highlights
  • Besichtigungsprogramm mit Eintrittsgeldern bereits inklusive
Wer sich auf die Reise entlang der Pyrenäen begibt, erlebt wechselnde Landschaften wie die Meeresküste, die Berge und zauberhafte alte Städte und Städtchen. Wir reisen von Bilbao aus von Küste zu Küste: vom Atlantik zum Mittelmeer, durch einen Teil des spanischen und französischen Baskenlandes, durch Aquitanien, durch verschiedene Départements der Pyrenäen, die Provinz Languedoc und die Provence. Und wir erleben Geschichte, deutsche, französische und spanische: In den Gedenkstätten entlang der spanisch-französischen Grenze werden wir mit dem Terror von Flucht, Verfolgung und Vertreibung konfrontiert. Denn Fluchtmöglichkeiten bot die Grenze, sowohl für die nach dem Sieg des Faschismus in Spanien fliehenden Republikaner als auch später für die vor der Vichy-Regierung und den deutschen Besatzern fliehenden Verfolgten, deutschen und europäischen Juden, unter ihnen viele Künstlerinnen und Künstler und Intellektuelle, und nicht zuletzt „politisch Unerwünschte“, darunter deutsche Sozialdemokraten, Kommunisten und Widerstandskämpfer. Manchen gelang die Flucht, u.a. auf dem „Walter-Benjamin-Weg“, dessen Anfang und Ende wir bei dieser Reise kennenlernen werden.


Die drei Provinzen des Baskenlandes in Spanien sind seit langem um Unabhängigkeit bestrebt. Begleitet von Anschlägen durch die radikale Untergrundbewegung ETA existiert seit 1979 die „Autonome Gemeinschaft Baskenland“, die sich immer wieder gegen den Zentralismus Spaniens zur Wehr setzt. Auch das ein interessantes historisches und bis heute aktuelles Thema, mit dem wir uns während der Reise beschäftigen wollen.

Kultur begleitet uns in Frankreich überall: zum Beispiel werden wir Bauten sehen, die mit dem Titel „UNESCO-Weltkulturerbe“ ausgezeichnet sind. Und wir werden die französische Küche geniessen. Mit Kunst wollen wir uns schon am Beginn unserer Reise im spanischen Bilbao und dann immer wieder beschäftigen: Das Museum Guggenheim ist ein architektonisches Meisterwerk des amerikanischen Architekten Frank Gehry, das 1997 eingeweiht wurde. Es beherbergt eine der berühmtesten Kunstsammlungen und hat der Stadt Bilbao in den letzten Jahren zu einem unerwarteten Aufschwung und weltweiter Reputation verholfen.

Unser Programm ist reichhaltig und wird zahlreiche schöne, interessante, typische, aber auch zum Nachdenken anregende und sogar verstörende Erlebnisse vermitteln. Ein besonderer Dank geht an den Autor des Buchs „Orte der Sozialdemokratie“, Klaus Wettig, der uns bei der Planung des Programms beraten hat. Wem das Programm gefällt und deshalb mit auf diese Reise gehen mag, ist herzlich willkommen. Wir freuen uns auf euer Interesse!
Reiseverlauf

1. Tag: Anreise nach Bilbao und Guggenheim-Museum
Vormittags treffen wir uns am Flughafen Frankfurt/Main (Gelegenheit zur Vorübernachtung) und fliegen gemeinsam mit einer Maschine der Lufthansa direkt (bei Termin 1 mit Swiss über Zürich) nach Bilbao. Den Bustransfer zum Hotel wollen wir gleich nutzen, um eine der größten Attraktionen der baskischen Stadt zu besuchen: das durch die atemberaubende Architektur Frank Gehrys und seine außergewöhnlichen Kunstinstallationen gleichermaßen bestechende "Museo Guggenheim Bilbao". Nach dem Check-in im Hotel und dem gemeinsamen Abendessen werden wir bei einer kleinen Vorstellungsrunde weitere Informationen zum geplanten Reiseprogramm erhalten.

2.Tag:Bilbao
Am Vormittag lernen wir bei einer geführten Stadtbesichtigung weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten der größten Stadt der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien kennen. Natürlich hat Bilbao auch eine belebte und von engen Gassen geprägte Altstadt, in der sich die in gotischem Stil erbaute Catedral de Santiago befindet; doch mindestens ebenso bedeutend sind die zahlreichen Neubauten, die seit Beginn der 1990er Jahre die Stadt für Touristen und Investoren interessant machten und so aus der Sackgasse des wirtschaftlichen Niedergangs führten - der Begriff "Bilbao-Effekt" für diese Entwicklung ist mittlerweile weltweit bekannt. Sei es die 28 km lange U-Bahn, deren Bahnhöfe überwiegend von Sir Norman Foster entworfen wurden, die Brücke Zubizuri des Architekten Santiago Calatrava, die wie ein Segel den Fluss Nervion überspannt, oder eben das Guggenheim-Museum. Neben etwas Freizeit am Nachmittag werden wir eine Gesprächsrunde mit lokalen Fachleuten initiieren, die uns unmittelbare Informationen zum Thema „Unabhängigkeit des Baskenlandes“ geben können.

3. Tag: Camp de Gurs – Oloron-Sainte-Marie – Lourdes
Wir verlassen heute Bilbao und fahren mit dem Bus zur spanisch-französischen Grenze. Nach einer Pause im Küstenort Saint-Jean-de-Luz, am Golf von Biscaya in der Region Aquitaine gelegen, geht es weiter zum Camp de Gurs am Westrand der Pyrenäen. Es war das größte Internierungslager in Frankreich, das schon vor dem Zweiten Weltkrieg, anfänglich für politische Flüchtlinge und Kämpfer des Spanischen Bürgerkriegs, eingerichtet wurde. Am 22. Oktober 1940 wurden 6538 Deutsche jüdischen Glaubens aus Baden, der Pfalz und dem Saarland dorthin verschleppt. Auch Hannah Arendt wurde im Mai 1940 im Lager Gurs interniert. Sie gehört zu den wenigen, denen die Emigration in sichere Drittländer gelang. Die meisten verstarben entweder im Lager oder wurden per Eisenbahn in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Bei der Weiterfahrt legen wir eine Pause in Oloron-Sainte-Marie, an der Grenze zum Baskenland und auf dem französischen Teil des Jakobsweges gelegen, ein. Wir übernachten in Lourdes, dem bekannten Wallfahrtsort, und können nach dem Abendessen einen individuellen oder gemeinsamen Spaziergang unternehmen.

4. Tag: Carcassonne – Perpignan
Sie ist eine kleine Stadt mit nicht einmal 50.000 Einwohnern, und sie besteht aus zwei Teilen: der Unterstadt und der Oberstadt, die Ziel des heutigen Tages ist, denn diese Oberstadt ist eine mittelalterliche Festung, die sogar auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO steht, und die mit über 4 Millionen Besuchern im Jahr eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs ist. Die Altstadt, deren Ursprünge aus der gallo-römischen Epoche stammen, wird von einer drei Kilometer langen doppelten Mauer umgeben, von 52 Türmen geziert. Nach einer Zeit des Verfalls wurde die Altstadt von dem für seine Restaurierungsarbeiten bekannten Architekten Eugène Viollet-le Duc restauriert und zu einem historischen Monument ersten Ranges gemacht. Nach dem Besuch fahren wir weiter zu unserem Standort für die nächsten zwei Nächte, Perpignan. Während der Fahrt dorthin beschäftigen wir uns mit Walter Benjamin, dem deutschen Autor und Kritiker, der in der Region die letzten Tage seines Lebens auf der Flucht vor dem Terror verbrachte. Nach Ankunft in Perpignan wollen wir bei einem Spaziergang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt an der französischen Mittelmeerküste sehen, wie z.B. den in der Altstadt gelegenen Palast der Könige von Mallorca und den Place de la République.

5. Tag: Collioure – Banyuls – Port Bou
Nach einem guten Frühstück fahren wir zunächst nach Collioure, einen kleinen Küstenort, der durch Henri Matisse zum Treffpunkt zahlreicher Künstler wurde. In Banyuls wollen wir durch die Weinberge mit herrlicher Aussicht auf die Mittelmeer-Steilküste den ersten Teil (ca. 1 Stunde) des ingesamt 13 km langen Walter-Benjamin-Weges nach Port Bou gehen. Anders als er legen wir die Strecke dorthin mit unserem Bus zurück. Unmittelbar hinter der französisch-spanischen Grenze gelegen, verhieß Port Bou Freiheit für die Flüchtlinge, und der „Walter-Benjamin-Weg“ war ihr Weg in die Freiheit. Natürlich besuchen wir auch den Gedenkort „Passagen“, der 1994 als Denkmal für den Philosophen errichtet wurde. Zum Abendessen sind wir wieder zurück in Perpignan.

6.Tag:Camp des Milles
Nach dem Frühstück fahren wir durch die Landschaften des Languedoc vorbei an Montpellier und der Camargue in das Gebiet der Provence. Nördlich von Marseille liegt das ehemalige Lager „Camp des Milles, heute eine Mahn- und Gedenkstätte. Nach Kriegsbeginn kamen bereits Anfang September 1939 die Häftlinge, deutsche und österreichische, aber auch osteuropäische Juden und Intellektuelle, die vor Hitler oder Stalin geflohen waren, und die in Frankreich jetzt als „feindliche Ausländer“ galten, nach Les Milles. Unter den Gefangenen waren später auch Kommunisten, Sozialdemokraten und Künstler wie Lion Feuchtwanger, Golo Mann, Max Ernst und Walter Hasenclever. Am 10. September 1942 fuhr von dort der letzte von fünf Zügen mit insgesamt 2000 Juden nach Auschwitz ab. Unter den Lagerinsassen befanden sich 40 Maler, darunter einige der größten Künstler des 20. Jahrhunderts. 1940/41 entstanden die inzwischen weit über Frankreich hinaus bekannten Wandmalereien in Les Milles. Die Wandbilder sind in der Gedenkstätte erhalten. Nach der ausführlichen Besichtigung fahren wir zu unserem Übernachtungsort Eguilles (Termin 2: Fuveau).

7. Tag:Aix-en-Provence und Marseille
Vormittags unternehmen wir einen Abstecher nach Aix-en-Provence, zweifellos eine der stimmungsvollsten Städte Frankreichs. Die Namen zahlreicher Künstler sind mit der Stadt eng verbunden, wie z.B. Paul Cézanne, Victor Vasarely und Émile Zola. Der Cours Mirabeau, die von Platanen gesäumte Prachtstraße, wurde als Flanierboulevard angelegt und ist mit seinen Cafés und Brunnen vor der Kulisse eleganter Stadtpalais auch heute noch ein attraktiver Platz, um zu sehen und gesehen zu werden. Anschließend geht es weiter nach Marseille, größter Hafen und zweitgrößte Stadt Frankreichs. Natürlich lernen wir die Stadt mit ihren Hauptsehenswürdigkeiten, der Basilika Notre-Dame-de-la-Garde, dem alten Hafen und der Hauptstraße La Canébière, bei einer Führung kennen. Darüber hinaus bleibt auch noch Zeit zur freien Verfügung, z.B. für einen Bummel durch die Stadt. Besonders empfehlenswert ist der Besuch des „mucem“: das „Museum der Zivilisationen und des Mittelmeeres“ wurde 2013 eröffnet, als Marseille Kulturhauptstadt Europas war. Abends treffen wir uns zum Abendessen und zu einem gleichermaßen fröhlichen und besinnlichen Abschiedsabend.

8.Tag:Rückreise
Der Transferbus bringt uns zum Flughafen Marseille, von wo aus wir mit einer Linienmaschine der Lufthansa nach Frankfurt/M. zurückkehren.


Programmänderungen vorbehalten
Inkludierte Leistungen
  • Flug mit LUFTHANSA von Frankfurt/M. (Termin 1: mit SWISS von Frankfurt über Zürich) nach Bilbao und zurück von Marseille nach Frankfurt/M.
  • Rundreise und Besichtigungsprogramm lt. Ausschreibung im Komfortreisebus
  • 7 Übernachtungen mit Frühstück in guten Mittelklassehotels
  • 7 Abendessen in den Hotels oder Restaurants
  • Geführte Stadtbesichtigung in Bilbao
  • Geführte Stadtbesichtigung in Perpignan
  • Geführte Stadtbesichtigung in Marseille
  • Eintritt Guggenheim-Museum Bilbao
  • Eintritt Internierungslager „Camp des Milles“
  • SPD-Reiseleitung
Exkludierte Leistungen
  • Getränke, alle persönlichen Ausgaben, Trinkgelder
  • Eintrittsgelder (sofern nicht oben anders angegeben)
  • Reiseversicherungen (Wir empfehlen den Abschluss einer Rundumschutz-Versicherung)
Beförderung
  • Flug mit LUFTHANSA von Frankfurt/M. (Termin 1: mit SWISS von Frankfurt über Zürich) nach Bilbao und zurück von Marseille nach Frankfurt/M.
  • Rail&Fly Bahnfahrt 2. Klasse zum/ vom Flughafen (65,-€)
Weitere Informationen
  • Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
  • Programmänderungen vorbehalten
  • Reiseveranstalter im Sinne des Reiserechts:
    SPD-ReiseService – Eine Marke der FFR GmbH
Datum
Dauer
pro Person ab
16.09.2018 , 7 Nächte
16.09.2018
7 Nächte
€ 1.398,-